SANFTE PFLEGE – Ein neues Konzept der Säuglingspflege!

Wenn ein Kind geboren wird, verlässt es seinen geschützten Lebensraum
und befindet sich plötzlich in einer neuen Umgebung, in der es ungeschützt optischen, akustischen und mechanischen Reizen ausgesetzt ist.
Neugeborene und viele Säuglinge können ihre Bedürfnisse nicht verbal einfordern und sind damit in besonderem Maße den äußeren Einflüssen ausgeliefert.

Beruhigend zu Wissen, dass inzwischen auch in vielen Kliniken die Neugeborenen nicht mehr wie am Fließband bei grellem Neonlicht durch die Wanne gezogen werden, damit 20 Kinder zur Morgenvisite frisch im Bettchen liegen. Diese Kleinen waren so erschlagen von der Prozedur, dass sie auch durch keinen Mucks mehr die Visite gestört haben.
Bei vielen dieser Kinder hat sich eine Wasserphobie entwickelt und das säubern der lieben Kleinen war kein Spaß mehr, sondern eine Pflicht- und Kraftprobe für die Familie!

Der Umgang mit Neugeborenen und Säuglingen macht deutlich, dass es sich auch schon bei diesen jüngsten Menschen um Persönlichkeiten handelt mit ihren eigenen Gefühlen, Empfindungen, Wahrnehmungen sowie der Gabe für Neugier, Eindrucksfähigkeit und Lernfähigkeit.
Wir schulden unseren Kindern ein hohes Maß an menschlicher Zuwendung und schonender Rücksichtnahme beim täglichen Umgang!

Durch Fortbildungen in Basaler Stimulation und Kinesthetik Infant Handling mit jahrelanger Anwendungserfahrungen bei Neugeborenen und selbst kleinsten Frühgeborenen, entwickelte ich ein ganz neues Konzept der SANFTEN PFLEGE.

Visuelle, akustische, olfaktorische und taktile Stimulation, ein kleiner Einblick:

Pflegerische Maßnahmen sind immer mit Berührungen verbunden.
Diese Berührungen können rein funktionell ablaufen oder besser sie werden auf eine ganz intensiveren Weise genutzt, um dem Kind in seiner besonderen Situation eine neue Referenz bezüglich des eigenen Körpers zu vermitteln.
Die Berührungen vermitteln eine direkte Wahrnehmung der Körpergrenzen und geben dem Kind Sicherheit.
Ständiger Berührungskontakt ist wichtig für die Orientierung der Kinder.
Kurzfristige unterbrochene Berührungen können zur Erregung, Verwirrung und innerer Abwehr des Kindes führen, konstante Berührungen fördern die Ruhe und Geborgenheit.

Durch basal stimulierende Pflege wird versucht, die vielfältigen Berührungen verstehbar und akzeptabel bzw. angenehm zu machen. Berührung soll nicht als Ein- oder Angriff empfunden werden, sondern als Kontaktaufnahme eines anderen Menschen.
Zum Beispiel ist für Neugeborene die Kontaktaufnahme am Kopf, Po oder an den Füßen
vertrauter da sie im Mutterleib gelernt habenüber diese Körperpunkte Kontakt aufzunehmen, ein plözliches Anfassen in der Körpermitte lässt die Kinder oft vor Schreck mit Armen und Beinen zappeln.
Nach diesen Aspekten wird ein Baby auch in das Badewasser gesetzt und mit fließenden sicheren Bewegungen beruhigt anstatt mit aprubten Lagewechseln beunruhigt.

Die unmittelbare Umgebung sollte den kleinen Menschen angepasst werden.
Das Licht sollte nicht zu grell sein und Lärmquellen vermieden werden.
Die Begleitung einer vertraute Stimme und Sprachmelodie gibt Sicherheit und beruhigt die Kleinen bei Ihren ersten Erlebnissen. Die Pflegehandlungen sollten von ruhigem Reden (auch Singen oder Tönen) begleitet sein. So erlebt das Kind einen Zusammenhang zwischen Berührung und menschlicher Stimme.
Keine starken Gerüche wie Parfüm, Haarspray, Weichspüler für Kinderkleidung und Bettbezüge benutzen, der Geruchssinn von Babys ist sehr gut.

Vestibuläre Stimulation von Neugeborenen und Säuglingen durch Wiegen ist so alt wie die Menschheit und wie wir heute Wissen, entscheidend für die Hirnreifung.
Durch unterschiedliche Lagerungen wird die Position des Kindes zur Schwerkraft verändert.
Die Lagerungen sollten ruhig und langsam erfolgen, so dass das Kind die Drehung mit verfolgen kann. Bei Lageveränderungen möglichst das Kind nicht hochheben und im freien Raum drehen, die Bewegung sollte auf der (Wickel-) Unterlage erfolgen; so kann sie vom Kind besser gespürt und integriert werden.

Bei all diesen Maßnahmen richtet man sich, an den im Bauch erlebten Wahrnehmungen und den wichtigsten Grundbedürfnissen (Geborgenheit, Sicherheit und Nahrungsaufnahme) des Neugeborenen.

Auch eine Babymassage lässt sich mit der Säuglingspflege gut kombinieren. So können dem Kind gezielte, sensorische Informationen mit auf den Weg gegeben werden.
Die Verwendung von sanften Düften wie Lavendel stimuliert, neben der beruhigenden Wirkung, auch auch den Geruchssinnes.
Damit Düfte, die man gezielt einsetzt nicht zu stark wirken, ist es wichtig Produkte speziell für Kinder zu benutzen.
Dauer und Griffabfolge werden individuell auf das Befinden des Kindes abgestimmt.

Ein gezieltes Einsetzen von auditiver, taktiler, visueller und vestibulärer Stimulation wirkt sich positiv auf die Kinder aus und kann auf idealer Weise die Eltern-Kind-Beziehung fördern.

Grundausstattung und Grundregeln

Was gehört zur Grundausstattung wie Pflegeutensilien, Kleidung, Pflegemittel und deren Handhabung?  Wann und wie oft bade ich?
Sicheres Handling und Haltegriffe erlernt man in einem Säuglingspflegekurs, informiert sich über Medien oder direkt durch die Hebamme, Mutter, Großmutter oder anderen Müttern.

Ein paar Feentipps:

  • Damit es zu keiner Unterbrechungen während der liebevollen Kommunikation kommt, platziert man am besten alle benötigten Materialien in unmittelbarer Reichweite.
  • Bereitschaft des Kindes beachten:
  • Mit Hunger oder vollem Bauch und wenn das Kind zu müde ist, badet es nicht gerne.
  • Schaffen Sie sich genügend Zeit und Raum, um sich zu entspannen.
  • So schafft man die Voraussetzung um mit dem Kind in Interaktion zu kommen.
  • Zu Beginn und Ende der jeweiligen Maßnahmen sollten ruhige Elemente stehen, die dem Kind einen besseren Übergang ermöglichen.
  • Alle Berührungen mit Ruhe durchführen. Flächtige und streifende, oberflächliche Kontakte vermeiden.
  • Immer eine Hand beim Kind belassen. Brauchen Sie beide Hände sorgen Sie für Ersatz durch den Teddy oder eine Stoffwindel.
  • Alle Maßnahmen (Massage, Stimulation…) immer der jeweiligen Entwicklungsstufe des Kindes anpassen. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie Ihren mütterlichen/väterlichen Instinkt und beobachten das Kind.